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Therapeutische Beispiele

Meine Vorgehensweise
Was können Sie bei mir erwarten?
Ich liebe das ruhige, behutsame, erkundende Gespräch. Gleichzeitig bin ich bemüht, bereits frühzeitig eine Übung, eine Intervention (ein Format, wie es im NLP heißt) einzusetzen. Dies führt oft schon in der ersten Stunde zu einer Klärung und Weiterentwicklung der Fragestellung, mit der Sie zu mir gekommen sind.
Die Vertiefung des Themas erfolgt in der anschließenden Stunde, wobei sich dann zeigt, welche weiteren Interventionen hilfreich sind und zum Ziel führen.
Eine häufige Vorgehensweise sind Übungen (Formate) aus dem NLP, da sie kurz, knapp und effizient sind.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel:

4 - Stufen – Zielerreichung
Eine Frau schildert (in einem Seminar), dass sie ihrer Tochter nicht sagen kann, dass sie nicht bereit ist, die aufopfernde Großmutter für deren geplantes Kind zu sein, damit die Tochter weiterhin ihrem Beruf nachgehen könne.
Es hätte nun die Möglichkeit bestanden (und viele Therapeuten gehen vermutlich auch so vor), mich nach der Geschichte der Beziehung zur Tochter und nach der Geschichte ihrer scheinbaren Unfähigkeit, das zu sagen, was sie meint und was gesagt werden muss, zu erkundigen. Ebenso, wie eine Debatte über die Sinnhaftigkeit des Wunsches der Tochter denkbar gewesen wäre usw.
Ich entschließe mich, statt dessen einen Prozess der Zielerreichung mit der Frau durchzuführen, um genau zu erkunden, worin ihre Schwierigkeit liegt und was getan werden kann.
Zuerst lasse ich sie formulieren, was sie denn, statt die Großmutter zu spielen, erleben möchte. Sie schildert ihren Wusch, ihre Freizeit zu genießen, kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, zu lesen und es sich nach einem langen Arbeitsleben gut gehen zu lassen.
Ich lege einen Bogen Papier aus mit der Aufschrift „Freiheit genießen“ und lasse sie die zukünftige Erfüllung ihres Wunsches mit allen Sinnen erleben und sich daran erfreuen. Ich versuche zu erreichen, dass sie sich möglichst vollständig in diese Vorstellung und Empfindung hinein entspannen kann. (Für NLP- Erfahrenen: Ich ankere die Zielvorstellung)
Ich frage nach, ob es einen Teil (einen Persönlichkeitsteil*) von ihr gibt, der etwas dagegen hätte, wenn sie dieses Ziel tatsächlich erreichen würde.
Ja, antwortet sie, sie sei dann nicht mehr so hilfsbereit und uneigennützig, wie man es doch sein solle.
An dieser Stelle kommen wir tatsächlich eine kurze Zeit ins Diskutieren, da mein Eindruck besteht, dass es sich nicht um die Frage `Hilfsbereitschaft oder nicht` handelt, sondern um das Übernehmen von Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und das Berücksichtigen möglicher Konsequenzen – und zwar bei ihrer Tochter. Die Tochter könne nicht, so argumentiere ich, die Konsequenz ihrer möglichen Entscheidung, nämlich den Zeitmangel für die Arbeit, einfach auf sie, die zukünftige Großmutter abwälzen. (Ich hole mir bei dieser Sichtweise die Zusicherung der anderen Seminarteilnehmer, die es einheitlich genauso beurteilen.)
Sie sähe es eigentlich ebenso, meint die Teilnehmerin, habe bisher aber befürchtet, sie stünde allein mit dieser Auffassung und könne als egoistisch eingeschätzt werden.
Nachdem dieser Punkt offensichtlich (ihr Gesicht ist entspannter und lächelt leicht) geklärt ist und ein weiterer Teil, der einen Einwand haben könnte, sich nicht meldet, markiere ich einen weiteren Punkt am Boden mit einem Bogen Papier, den ich mit „Gegenwart“ beschrifte und den sie als Ausgangsposition für Zielerreichung auch erst einmal betritt. (Für NLP-Erfahrene: Ich ankere auf dieser Position das Problembewusstsein)

Für die folgenden 4 Schritte benutze ich jeweils ein Blatt Papier für den „Bodenanker“, und die Person tritt jeweils eine Stufe, mit dem Bodenanker markiert, weiter in Richtung auf ihr Ziel.
Schritt 1: Ich zeige der Frau, was ich auf das Blatt geschrieben habe. „Es ist möglich“. Meine Frage ist, ob sie der Überzeugung ist, dass es irgendwie, irgendwo im Bereich der Möglichkeiten liegt, dass sie ihr Ziel erreichen könne. Sie glaube es, und tritt auf den ersten Bodenanker. Ich sage ihr, sie möge sich damit verbinden, dass ihr Ziellauf eine grundsätzliche Möglichkeit darstellt, und das Gefühl in ihrem Körper, vielleicht auch Bilder oder Worte/ Töne, vergegenwärtigen. Soweit – so gut!
Schritt 2: Bodenanker „Ich habe die Fähigkeit“. Hier stockt die Klientin. Sie sagt, sie könne einer nahestehenden Person nichts sagen, was diese kränken oder vor den Kopf stoßen würde. Der Friede in der Familie sei ihr wichtig und geradezu heilig.

Ich bitte sie zur Seite zu treten, und schaffe für sie mit einen Blatt Papier eine Metaposition. Dies ist eine Abseitsposition, auf der sie mit mir zusammen den Prozess wie von außen, auf der Seite stehend betrachten kann.
Ich bekenne ihr gegenüber, dass das eine schwierige Situation sei, denn wenn sie diese Möglichkeit absolut nicht habe, müssten wir aufgeben oder diese Fähigkeit erst erschaffen. Dies wäre möglich, sei aber ein längerer Prozess und könne heute in unserer Stunde nicht mehr geschafft werden. (Dies war nicht ein Versuch, sie unter Druck zu setzen, sondern in dem Moment das Eingeständnis einer Sorge von mir, den Prozess vielleicht nicht vollständig durchlaufen zu können).
Ob sie denn noch niemals etwas habe sagen können, was dem anderen vielleicht nicht gepasst habe, aber notwendig war zu sagen. Doch, in ihrer Arbeit habe sie hin und wieder auch einmal klare Worte sprechen müssen, und das sei dann auch gut so gewesen. Ich bitte sie, die innere Haltung und Festigkeit, die sie dabei gebraucht habe, sich zu vergegenwärtigen, möglichst mit allen Sinnen, und eine dazugehörige Handposition für sich zu finden.
Nachdem dies gelungen ist, bitte ich sie, zu prüfen, ob diese Haltung auch ihrer Tochter gegenüber in diesem besonderen Fall angemessen sei. Als sie bejaht, bitte ich sie, mit dieser inneren Haltung und der ihrer Handposition auf die Stufe „Ich habe die Fähigkeit“ zu treten und zu prüfen, ob es jetzt stimmig sei. Sie kann es bejahen.
Dritter Schritt: Ich lese ihr vor: „Ich bin es mir wert“. Dies sei ein sehr wichtiger Punkt, bekennt sie. Ich lege das Blatt Papier als weiteren Schritt vor ihr auf den Boden. Zu meiner Überraschung (und kurz darauf auch ihrer eigenen) stellt sie sich ohne Zögern und ohne Eile auf diese Stufe, drückt von Gesicht und Körperhaltung aus, dass dies so passt und äußert, nach kurzem Überlegen, dies auch.
Vierter Schritt: „Andere unterstützen mich“. Dies habe ihr bisher immer gefehlt, ihr Mann würde sich aus dem Problem ganz raushalten und mit anderen habe sie noch nicht gewagt, darüber zu sprechen. Auch jetzt glaube sie, mit dem Problem ganz allein dazustehen.
Ich widerspreche ihr, indem ich darauf hinweise, dass sie von mir die Unterstützung aufrichtig bekomme und auch in einer weiteren Einzelstunde bekommen könne, wenn sie das denn wünsche. Auch von anderen Seminarteilnehmern könne sie vermutlich Zuspruch bekommen, es gäbe vermutlich einige, mit denen sie sich noch des weiteren verständigen könne. (Mit meiner Handbewegung fordere ich sie auf, in die Runde zu schauen, und einige nicken mit dem Kopf und lächeln ihr zu.)
Ja, das stimme, so allein sei sie ja eigentlich gar nicht. Sie ist noch ein wenig verwundert und lässt den neuen Gedanken offenbar eine Zeit lang auf sich wirken.
Nachdem dieser Vorgang in ihr - dem mimischen Ausdruck nach - abgeschlossen ist, frage ich sie, ob sie sich den Prozess noch einmal anschauen möchte, und bitte sie, in die Metaposition zu treten.
Sie überblickt noch einmal den Prozess mit zufriedenem Gesichtsausdruck. Auf meine Frage, ob ihr hierbei noch etwas fehle, verneint sie. Wir kommen überein, dass es soweit erst einmal gut sei und abgeschlossen werden könne.

Eher zufällig treffe ich sie zwei Wochen später wieder, und sie berichtet mir freudig, dass sie mit ihrer Tochter gesprochen habe. „Und wissen Sie“ sagt sie zu mir „mit das Wichtigste war, dass ich mich hinterher damit wohl gefühlt habe.“

 

Ein weiteres Beispiel:

Ressourcenaktivierung
Eine Frau kommt zu mir, die sich aus Angst vor Panikattacken eine Vermeidungshaltung vor möglichen Auslösern angeeignet hat. (Die Panikattacken selbst sind seit 2 Jahren nicht mehr aufgetreten.) Außerdem fühlt sie sich nicht so geborgen und sicher genug, um sich richtig wohl zu fühlen. Sie fühlt sich ausgebrannt und leicht depressiv.
Da sich die Klientin als psychisch instabil darstellt, installiere ich mit ihr einen Ressourcen- und Rettungspol, damit dann, wenn in unserem Gespräch ein belastendes Thema für sie zu anstrengend werden sollte, sie sich dorthin zurückziehen und wieder erholen kann.
Ich lasse sie im Raum eine Stelle finden, wo sie sich wohl fühlt, lasse diese sie ausprobieren, indem sie sich dort hin stellt, und ich frage sie, wann sie sich das letzte Mal richtig wohl und geborgen und sicher gefühlt habe. Sie schildert eine Situation, und ich lasse sie diese voll und ganz wahrnehmen und spüren. Ich erkenne an ihrem Gesichtsausdruck, dass sie sich ganz in die Situation begibt und sich wohl fühlt.
An einer anderen Stelle im Raum lasse ich sie noch einmal kurz ihre gegenwärtige Problematik schildern und bezeichne diese Stelle als „Gegenwart“.
Ich richte eine weitere, dritte Position ein, die abseits und außerhalb liegt (Metaposition) und fordere sie auf, von hier aus zu betrachten und zu spüren, was sie als gegenwärtige Person, am besten gebrauchen kann. Sie benennt gerade dieses Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.
Ich bitte sie, auf den bereits eingerichteten Ressourcen-Pol zu treten, und lasse sie auch die Region am Körper bestimmen, an der das Wohlgefühl am stärksten ist, und ihre Hand dort hin zu legen. Dann bitte ich sie, mit diesem Gefühl auf die Position der „Gegenwart“ zu gehen.
Jetzt entsteht bei ihr eine Misch-Empfindung, da sowohl die Problemsituation als auch ihre Ressourcen spürbar werden. In dieser Erfahrung bekommt sie die Möglichkeit, ihre Ressourcen für die Problematik zu nutzen, und es erschließen sich neue Verhaltensmöglichkeiten. Offenbar macht sie von diesen Möglichkeiten für ihre Lebenssituation Gebrauch, denn sie berichtet in der nächsten Stunde, dass sie sich recht gut und stabil fühle.

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